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Was kann ich üben? – Wie kann ich üben? –

Musik ist in all ihren Fassetten und Phänomenen in jeder Phase nichts anderes als ein faszinierendes Geflecht aus Beziehung, Bezogenheit und Verbindlichkeit  – und wir stehen, ob wir wollen oder nicht, in Verantwortung zu unseren Mitmusikern und Zuhörern. 

Daraus folgt für mich – wenn ich als Musiker ernstgenommen werden will – mich um die Gesetzmässigkeiten der Harminierlehre, zumindest grundlegend zu kümmern. – So wie, wenn sich zwei Menschen unterhalten wollen, beide die gleiche Sprache mehr oder weniger beherrschen müssen. Je besser ich die Sprache beherrsche, desto differenzierter kann ich kommunizieren. Je weniger ich sie beherrsche, desto oberflächlicher ober mißverständlicher bleibt oder wird früher oder später das Gespräch.

Wir als Sänger, besitzen zudem ein Instrument, dass wir immer und überall dabei haben: im Auto, an der Bushaltestelle, beim Waldspaziergang, beim Gang entlang der Straße, an der Supermarktkasse, ...

Das ist unsere Stimme und unser ganzer Körper.

Ich als Sänger habe kaum einen Grund, zu sagen, ich habe heute keine Möglichkeit, mit meinem Instrument zu üben und zu praktizieren.

Ich könnte sagen, ich habe keine Lust zu singen, was lediglich die Frage nach der Sinnlichkeit und dem Sinn meines Tuns impliziert. – Die Antwort darauf ist schlicht: Singe sinnlich. Singe aufmerksam und neugierig mit allen Sinnen. Singe lustvoll. – So einfach ist das.

Ich habe hier einige grundlegende Übungen gesammelt, die auch nach Jahren des Fortschritts immer wieder sinnvoll sind, zu praktizieren..

Oft reicht es schon aus, wenn Du zunächst nur eine Übung vielleicht nur einige Minuten beherzt und konsequent über mehrere Tage praktizierst, was dann oft positive und befriedingende Auswirkungen auf weitere Bereiche Deiner Stimme hat. > general practice tips & hints

Viele hier zu Soundcloud verlinkte MP3-Dateien sind loopfähig. Das heißt, sie sind taktgenau geschnitten und deshalb teilweise so kurz, weil sie erst lückenlos in Wiederholung (Loop) abgespielt, ihren Übungssinn entfalten.

Ich empfehle die MP3-Dateien mit dem kostenlosen iTunes oder auf einem iPod abzuspielen. Unter Umständen spielen andere Mp3-Player, wie Quicktime oder Mediaplayer Tracks nicht lückenlos in Schleife ab.

Oder auch einfach mal nur still sein > Singen und Stille mit Markus Stockhausen, WDR 2013


Stimmbildung und Stimmpflege:

"Als ich Sänger werden wollte und an meiner Stimme arbeiten wollte, zog ich mich etwa 2 Jahre lang in ein Zimmer zurück und nahm mich selbst auf Kassette auf um herauszufinden, wie meine Stimme klang. ... Ich gehe nie bis an die Schmerzgrenze. Meine Singstimme ist nicht lauter als meine Sprechstimme. Je leiser ich singe, desto mehr kann ich machen." Bobby McFerrin im Film "We Play"

Stephan Görg, u.a. Professor an der HfMT Köln und Initiator des dort jährlich stattfindenden Voc Cologne, sagt: "Was ich nicht vorher gesammelt habe, kann ich nicht von mir geben", d.h. Stimme und Klang über Tönen auf "m" und "n" sammeln und dann sukzessive die Stimme über Vokale öffenen. Zum Beispiel eine bekannte Melodielinie erst auf "hm" oder "hn" summen und dann über "uuh–ooh–aah–eeh–ääh–iih" intonieren.

Welche Stimmlage hast Du? — Um das zu ermitteln, singe die Klaviertonleitern mit gestützter Bruststimme (>Übungen >Stimmbildung >Seth Riggs) und beobachte, in welcher Lage Du Dein größtes Stimmvolumen erzeugen kannst:
> Stimmlage Sopran c3-a4
> Stimmlage Mezzosopran a2-f4
> Stimmlage Alt g2-e4
> Stimmlage Tenor c2-a3
> Stimmlage Bariton g1-g3
> Stimmlage Bass e1-e3
gesamter Stimmlagentest mit 1 Oktaven-Umfang (Happy Birthday), 1,5 Oktaven-Umfang (Riggs-Linie) und 2 Oktaven-Umfang (Dur-Tonleitertreppe) als > Komplett-Download

Singe zu der Tutorial-CD Flight – und zwar dort zu den Tracks:
1. Long Tones
2. Everything is Breath
3. Personal Language
5. Major AscendingMinor Descending
6. Call and Response

Hear It and Sing It! von Judy Niemack – ein kompaktes und preiswertes Buch mit sehr gut produzierten Playbacks auf CD zum Mitsingen. Ideal zur Gehörbildung und für's Intonations-, Improvisations- und Scat-Training über die 9 Basis-Skalen (Kirchentonleitern).

Seth-Riggs-Linien sind sehr effektive Stimmbildungs- und Intonationstübungen. Speziell die "Liprolls" als warmup und cooldown, als Massage, ja als regelrechtes Pflegebalsam für den Stimmtrakt. Deine Stimmlippen geraten durch das Blubbern automatisch maßvoll in Schwingung, können so aber nie überansprucht werden. Zur Stimmpflege reicht es, wenn Du einfache Tonleitern oder Kinderlieder mit maximal einer Oktave Umfang "blubberst".

Zur Stimmbildung eignet sich die sogenannte Seth-Riggs-Linie als Intonationsübung mit den Liprolls und besonders mit den Toguerolls. Die Linie erstreckt sich über eineinhalb Oktaven. Dabei wird Dein Wechsel zur Kopfstimme provoziert. Das Halten Deiner Bruststimme erfordert hier eine bewußte Atemstütze, auch Stimmstütze genannt. Durch diese Übung wird Dein Singen mit Stütze selbstverständlicher. Auch der Übergang von der Brust- zur Kopfstimme (Bridge) wird kontrollierter und bei Bedarf weicher. Du bekommst mehr Tonumfangreserven in Deinen Stimmregistern.

> Seth-Riggs Intro
> Seth-Riggs-Linie Liprolls
> Seth-Riggs-Linie Tonguerolls
> Seth-Riggs-Zickzack-Linie Liprolls
> Seth-Riggs-Zickzack-Linie Tonguerolls

Daneben gibt es viele weitere Methoden und Ansätze, wie zum Beispiel die Funktionale Stimmbildung des Lichtenberger Instituts oder die Complete Vocal Technique (CVT) von Cathrine Sadolin, die es auch als Buch gibt. Zu CVT findest Du hier ein super gemachtes Tutorial auf > Chorus Online.

Ständig neue Artikel und Tips rund um das Singen und die Stimme gibt es im voice·council magazine


Sing Ten Minutes:

"I want all of you to do this! From today onward. It will take 10 minutes – that‘s all. – Ten. – I want you to take a timer, like a cookingtimer, set it for 10 minutes – and sing for ten minutes. – Improvise – Don't sing a song. Don't sing something that you allready know. – I want you to improvise. – I want you to open your mouth and start singing – now." (Bobby McFerrin, Stimmenwerkstatt Lörrach, 2007)

Siehe dazu auch McFerrin in Arhus und McFerrin Interview (17:35 – 20:15)

und ein Tagebuch von Will Hewett, in dem er seine Sing 15 Minutes Every Day ein Jahr lang dokumentiert.


Improvisieren kannst Du üben:

Wenn Du Dich zu Hause etwas mit Improvisation und Solo beschäftigen und darin an Sicherheit gewinnen möchtest, kannst Du das zum Beispiel über dieses Playback aus dem Stück "Incognitor" von Leszek Możdżer und Lars Danielsson machen.

Bei diesem Akkord-Pendel kannst Du entdecken, wie derselbe gesungene Ton im nächsten Akkord anders klingt, weil er in einem neuen Harmoniebezug erklingt. Ähnlich einem Felsen am Meer unter wechselnder Beleuchtung – mal im Sonnenlicht, mal bei bedecktem Himmel. Der Felsen bleibt derselbe, nur die Umgebungsverhältnisse ändern sich:

– Summe erst nur einen Ton zum Playback.

– Summe dann zwei, drei Töne. – Entwickle damit ein kleines Motiv und versuche es zu wiederholen.

– Lasse Pausen und höre dabei immer wieder auf's.

– Was war Dein erster Ton zu Anfang? – Kehre zu diesem Ton immer mal wieder zurück. – Versuche ihn zu merken, ggf mit Stimmpfeife.

– Wie war noch das Motiv von eben? – Kannst Du es erinnern und nochmal wiederholen?

– Wenn ja, variiere das Motiv jetzt in jeder Wiederholung – singe es auf wechselnde Vokale und Konsonanten – kehre dann wieder zum Ursprungsmotiv zurück.

– Stelle Dir Deinen ersten Ton oder Dein Ursprungsmotiv wie Dein Zuhause vor, wie einen Hafen, von dem Du in die offene See stichst und zu dem Du wieder zurückkehrst.

– Höre Dich in den Rhythmus des Stückes hinein. – Stelle Dir den Groove wie Wogen vor, auf denen Du surfen kannst. – Spüre jede einzelne Welle, jeden Gischtsprizter. Werde mal zum Wellenbrecher, dann wieder zum Wellengleiter.

– Höre die Dynamik des Stückes. – Arbeite selbst mit Dynamik. – Werde ganz leise. – Dann wieder lauter. – Halte inne, gönne Dir in Deinen Improvisationslinien Pausen, lass Deine Atempausen zu musikalischen Ereignissen werden.

– Blende das Playback wärend Deines Solos sanft aus und singe ohne Playback weiter.

– Finde einen Schluß. – Beende Dein Solo bewußt. – Gestalte es.


Improvisiere über Playbacks:

Als RIFF bezeichnet man im Rock und Jazz ehr kleine rhythmisch geprägte Melodieschnipsel, kleine MOTIVE und Pattern, die sich wiederholen. Dieses stoische Repetieren von kleinen, oft nur eintaktigen oder halbtaktigen Formen, nennt man in der klassischen Musik auch Ostinato. — Beispiel: DandandeDandandan oder Oregon – Castlewalk oder Roger Treece – Wailers oder E.S.T. – Streets By Feet oder ein Ausschnitt aus Sanctus von Vince Mendoza.

Mehrere kleine Melodieschnipsel (Motive) ergeben das THEMA eines Stückes. — Wie zum Beispiel in dem schon oben genannten Stück Incognitor von Lars Danielsson und Leszek Mozdzer, in dem sich Fünf-Ton-Motive über ein Akkordpendel, in Variationen über vier Takte zu einem Thema entfalten oder im Stück Lone von Bugge Wesseltoft. — Bei Sanctus taucht noch während des Solos das Thema, von Querflöten gespielt, wieder auf und schwebt wie ein Mantra über dem letzten Teil des Piano-Solos.

Ein VAMP ist eine mehrtaktige Schleife von Akkordwechseln, über die sich die gesamte Melodielinie (Thema) des Stückes zieht und worüber im Fortlauf soliert und improvisiert wird. — Im Blues ist es oft eine typische Form von 12 Takten. Zum Beispiel: All Blues von Miles Davis oder Footprints von Wayne Shorter. — Beispiele für andere Formen von Vamps: The Truth Will Always Be von Pat Metheny — Toldedo und No Words von Avishai Cohen — South von Bugge Wesseltoft oder eine andere Passage aus Sanctus von Vince Mendoza.

Unter Hörbeispiele findest Du Vamps, Riffs und Rhythmus-Loops zum Herunterladen. Über diese Playbacks kannst Du wieder improvisieren:

1.
Singe zunächst nur mit einer Tonhöhe über das RIFF, das MOTIV oder den VAMP. – Die gesungenen Töne kannst Du in der Phrasierung, wie Länge, Rhythmik, Sound oder Lautstärke variieren, nicht aber in der Tönhöhe.

Nehme nach ein oder zwei Durchläufen mit nur einer Tonhöhe, eine zweite Tönhöhe hinzu und improvisiere mit diesen beiden Tonhöhen.

Beziehe nach einiger Zeit eine dritte Tonhöhe ein. Versuche dabei immer mal wieder deutlich zur ersten Tonhöhe zurückzukehren, wie ein Schiff, das in See sticht und immer wieder zu seinem Heimathafen, seiner "Home-Note" zurückkehrt. Damit trainierst Du Dein tonales Gedächnis.

2.
Entwickle eine kleine Phrase, ein kleines Melodie-Motiv, vielleicht nur aus 3-4 Tönen bestehend über den VAMP. Wiederhole und etabliere dieses Motiv über den Loop hinweg.

Beginne das Motiv zu variieren. – Nehme weitere Töne hinzu, nehme Töne wieder weg. Phrasiere rhythmisch, ändere den Sound Deiner Töne. Versuche zwischendurch oder zuletzt, wieder zum Ursprungs-Motiv zurückzukehren.

3.
Improvisiere ganz frei und uneingeschränkt über den Loop. – Vielleicht hilft Dir dabei das Bild von Seeanemone und Clownfisch oder vom spielenden Hund an der langen Leine. – Erkunde ich das Umfeld des tonalen Zentrums.


GehörbildungHarmonielehreIntonation

– Improvisiere frei über eine Drone (Bordunton).

– Improvisiere frei über ein Bass-Riff, bestehend aus nur einer Tonhöhe (in diesem Beispiel das Miles-Davis-Motiv "Jean-Pierre").

– Soliere über einen One-Note-Groove: Ein Partner oder die Gruppe wiederholt regelmässig einen Ton als rhythmisches und tonales Geländer, auf das sich der Solist stützt und bezieht. – Beispiel: Arena delle Vittorie, 2008

– Improvisiere und variiere nur in einer Tonhöhe. – In allem anderen bist Du frei: Lautstärke, Klang, Notenlänge, Notenfolge, ... – möglicherweise sehnst Du Dich bald nach weiteren Tonhöhen. Halte diesem Drang eine Zeit lang stand. Lote und koste das Spiel mit der einen Note trotzdm weiter aus. Erlaube Dir erst später die Hinzunahme einer zweiten Tonhöhe. Du musst von dieser zweiten Note dann noch immer keinen Gebrauch machen. – Vielleicht erlaubst Du Dir igendwann aber auch das Benutzen einer dritten Note (Tonhöhe).

– Einzelübung "Anker-Note": Du intonierst zunächst eine Tonhöhe, die Dir gerade in den Sinn kommt oder die Du Dir mit einer chromatischen Stimmpfeife, einer Stimmgabel, einem Keyboard oder einem anderen Instrument vorgibst. – Diese Note wiederholst Du eine zeitlang und prägst sie Dir ein. – Dann beginnst Du in Intervallen improvisierend zu anderen Tönen zu wechseln, kehrst dabei aber immer wieder zu Deiner "Anker-Note" zurück. Von diesem Anker aus unternimmst Du immer weitere "Ausflüge auf's offene Meer" und ganze Reisen in andere Welten. – Wenn es Dir zu stürmisch wird, kehre zu Deinem Ankerplatz zurück. Mit der Stimmpfeife oder dem Klavier kontrollierst Du, ob Du wirklich wieder zu Deiner Anker-Note zurückgekehrt bist.

Diese, nur auf einer Grundnote basierenden Übungen, schärfen Dein Tongedächtnis, lassen Dir aber die Freiheit, über verschiedene Skalen und Tonarten zu improvisieren.

– Die Zweier-Übung "Leuchtturm & Segelschiff" baut darauf auf: Der "Leuchtturm" singt in regelmäßigen Abständen einen gleichbleibenden Ton. – Das "Segelschiff" kann zu diesem Grundton improvisierend verschiedene andere Töne singen. Alle Halbtöne sind möglich. So lassen sich alle Intervalle erkunden. Die Rolle des Leutturms ist dabei nicht unbedingt die leichtere.

Eine sehr schöne Übung für Intonations- und Gehörbildung mit dem Titel "Michelangelo" stammt von dem Kölner Musiker, Komponisten und Chorleiter Dietmar Bonnen: – Der Chor teilt sich in drei Gruppen. – Die erste Gruppe singt einen Ton (Grundton). Die zweite Gruppe singt dazu die große Terz. Die dritte Gruppe singt die Quint. Es entsteht ein Dur-Dreiklang. – Die Grundtongruppe und die Terzgruppe darf optional ihren Ton um einen Halbton absenken. Die Quintgruppe darf ihren Ton optional um einen Halbton erhöhen. – Ein Hausmeister in jeder Gruppe signalisiert die Halbtonrückung per Handzeichen. Die Finger der rechten Hand zeigen auf die Fingerwurzel der nach oben ausgestreckten flachen linken Hand. Bei Halbton nach oben rückt die Zeigehand zu den Fingerspitzen der linken Hand. Bei Halbton nach unten rückt die Zeigehand zum Handgelenk der linken Hand. – Die einzelnen Gruppen singen gebunden legato und wechseln sich in Luftholen ab (chorische Atmung) – Am Anfang sollte erstmal der Dur-Dreiklang eine Zeit lang stehen bleiben und für alle klar und sauber intoniert und durchhörbar sein. Dann sollte erstmal immer nur ein Tonwechsel stattfinden. Der neue Dreiklang sollte eine Zeitlang stehenbleiben um für alle klar hörbar zu werden, bevor es zu einem weiteren Tonwechsel kommt. – So entstehen in wechselnder Reihenfolge 8 verschiedene Akkorde:
> 1 3 5
> 1 3- 5
> Bonnen 1- 3- 5
> 1- 3 5
> 1- 3 +5
> 1- 3- +5
> 1 3- +5
> 1 3 +5
und gesungen etwa so > Chor-Changes

– Übung: Bachpreluden vokal intonieren. Beispiel: Menuet 3 oder Prelude 1 oder Bach's Air. Nehme dafür behaarlich einige Wochen, Monate oder Jahre Zeit um es in Dir reifen und einsacken zu lassen.

Empfehlenswert für Gehörbildung und Harmonielehre sind die Tutorial-Videos von Klaus Kauker und die Tutorial-Seiten Chor live Musikkunde

Intervalle singen und bestimmen. Zum Beispiel mit dem kostenlosen Online-Trainer bei Klaus Kauker oder dem Intervall-Ear-Trainer und dem Intervall-Calculator bei musictheory.net

Akkorde bewußt machen, intonieren und bestimmen bei Kauker oder mit dem Chord-Ear-Trainer und dem Chord-Calculator bei musictheory.net.

Wenn Du tiefer in die Harmonielehre einsteigen möchtest, empfehle ich Frank Haunschild und Frank Sikora.


Rhythmus

Ein guter Einstieg dazu gibt Klaus Kauker in seinen I-got-Rhythm-Videos

Tippel mit den Händen Hand-to-Hand zu Musik aus dem Radio oder zu Zufallsstücken aus Deinem Mp3-Player die 8tel-, bzw. die 16tel-Ebene auf Deinem Brustbein.


Vocal-Percussion:

"Dum ze Ka tze Dum ze Ka tze…" normal sprechen, — dann die Vokale weglassen "D z k z D z k z …", also kein Gebrauch der Stimmbänder, nur ganz vorne perkussiv mit Zunge an den Zähnen arbeiten. — Dann nochmal nur mit den Vokalen und den weichen Konsonanten sprechen "um e a e um e a e …". —

Jetzt die Silben "Bö se ka tze Bö se ka tze …" hart perkussiv sprechen. Das "Bö" durch die geschlossenen Lippen herausexplodieren lassen. Dabei mit weicher und harter Lippenspannung experimentieren um verschiedene Bassdrumsounds zu erzeugen.

Das "Bö" oder "Pö" und das "Dum" sind die Bassdrumkicks. Die Zischlauten sind die HiHats. Das "ka" ist die Snarre. Ein besonders schöner Snarresound läst sich mit einem inhalierten "p" erzeugen, so wie es Dave Worm macht. Bei locker geschlossenen Lippen saugt ihr ruckartig die Luft ein, so als wenn Ihr beim Schwimmen nur kurz auftaucht, um Luft zuholen.

Schon nach ein paar Tagen hört sich das immer besser und unangestrengter an. Und Ihr könnt so Euer Luftholen als Percussion mit einbauen.

Katze rockt
Katze shuffelt
Katze swingt

"der Bert be kommt den Bea t – den Beat be kommt der Ber t –". Jede Silbe und jeden Pausenstrich in einem regelmäßigen Puls sprechen, wie eine Perlenkette. Das ergibt 16 Klangereignisse inklusive Pausen. Wenn das unsere 16tel sind, hätten wir 16 Sechzehntel, bzw. 4 Viertel. – Die groß geschriebenen Silben sind dann die Viertel. Beim Gehen landen dort Füße auf dem Boden. (Oder doppelt so schnell gehen, dann sind die Füße die Achtel.)

Zum Üben ist es einfacher, zuerst die Silben auf einen 4/4tel Takt aufzuteilen. Der Satz läßt sich aber auch so aufteilen: "der Ber – t be komm – den Bea – t – den Bea – t be komm – der Ber – t – …" dann reduzieren auf: "te Bä – te be kom – te bi– te – te Bea – te be kom – te Bä – te – …" dann noch perkussiver reduzieren auf: " t P - t p k - t P - t - t P - t p k - t P - t -…". So sind es 24 Buchstaben und Striche oder 2x 12 Sechzehntel oder 2 Takte eines 6/8tel Takts. Den Bert-Silbensatz kann man also für einen 6/8 Vokalpercussion-Groove nutzen. So phrasiert, ist er schön funkig.

Bert rockt
Bert 12er
Bert shuffelt
Bert swingt
Bert as an Englishman in New York
Bert in Brasilien

An dieser Stelle ein Dankeschön an Julian Knörzer u.a. für seinen Bert vom Loopsong-Workshop in Niddatal.


Zwei-gegen-Drei:

Eine zentrale und wichtige Rhythmus-Übung ist die "2-gegen-3-Übung" und die "3-gegen-4-Übung".

Mit dieser Übung kann ich mich in relativ kurzer Zeit für 95% aller rhythmischen Delikatessen, die im musikalischen Alltag vorkommen, sattelfest machen, weil sie die binäre Rhythmik (zweipolig, durch 2 teilbar) und die ternäre Rhythmik (durch 3 teilbar, ungerade) körperlich sinnlich verankert. Der 6/8tel Takt ist dabei deshalb von Bedeutung, weil die 6 die erste Zahl ist, die durch 2 und 3 teilbar ist. 

1. 
Ich klopfe folgenden Rhythmus mit der rechten und linken Hand (R – L) auf eine Tischplatte:
ein Schlag rechts und links gleichzeitig, 
ein Schlag Pause, 
drei Schläge hintereinander rechts–links–rechts, 
ein Schlag Pause und wieder von vorn
also in einem Rasterzyklus von 6 Schlägen (6/8 Takt) und spreche dazu auch den Rhythmus.
LR – – R - L - R  – – LR – – R - L - R  – – …


2zu3-perkussion
2zu3-marimba

2. 
Ich klopfe den Rhythmus weiter, aber mit der linken Hand auf eine andere Oberfläche, die auch anders klingt (zB. ein Stapel Papier oder ein Buch. Ich konzentriere mich dabei abwechselnd mal mehr auf die linke oder die rechte Hand. 

3. 
Ich klopfe den Rhythmus weiter, aber jetzt mit der rechten Hand auf eine andere Oberfläche. Ich konzentriere mich dabei abwechselnd mal mehr auf die rechte oder die linke Hand. 

4. 
Ich klopfe den Rhythmus weiter, aber mit der linken Hand auf meinen Bauch und dort immer leiser, bis ich den Bauchschlag nur noch andeute.  Dasselbe umgekehrt mit der rechten Hand. Für die Übungsstufe 2, 3 und 4 nehme ich mir ggf. über mehrere Tage täglich ein paar Minuten Zeit.

5. 
Wenn sich die Übungen 1 bis 4 stabilisiert haben, versuche die Rolle der Hände möglichst übergangslos im Flow zu tauschen. 

6. 
Ich beginne den Rhythmus durch Improvisation spontan zu variieren, nutze dabei noch weitere Gegenstände, wie Dosen, Pappschachteln, Gläser und Flaschen und kehre nach kurzen Improvisationsausflügen immer wieder zu menem Grundrhythmus zurück.

7. 
Ich singe zum Grundpattern.

8. 
Ich mache das Ganze mit 3-gegen-4


3zu4-perkussion
3zu4-marimba


Polyrhythmik:
> Tutorial-Datenpack

Es gibt zwei Methoden, die zu Polyrhythmik führen:

Methode 1: 
Auf einem kontinuierlichen Pulsgitter rasten Akzente und Pattern ein (zB. 12341234… und 123123123…) "unterschiedliche Anzahl von gleichgroßen Tortenstücken, die auf einer Reihe von Tellern parallel serviert werden"
3zu4 Marimba

Methode 2: 
Takte, bzw. Viertelnotenbeats (Torten) werden unterschiedlich (Tortenstücke) geteilt (x-Tolen und Rhytmuspyramide, siehe weiter unten) und ergeben unterschiedliche Taktarten, bzw. x-Tolen die parallel laufend zu Polyrhythmik kombiniert werden. zB. halbiert (2/4 Takt), gedrittelt (3/4), geviertelt (4/4), gefünftelt (5/4), gesechstelt (6/8 Takt), bzw, eine Viertelnote geteilt in 2 Achtelnoten oder 3 Triolen oder 4 Sechzehntel oder 5 Quintolen oder 6 Sechstolen oder …
x-tolen-pyramide-2-3-4-5-6

Weitere Hörbeispiele, zum Teil mit einer Mischung aus Methode 1 und 2:


3er und 4er Marimba


5er und 7er Marimba
duett-timaso-4zu5
duett-tumbe-7zu8
laiday
dumbo
fünfdreiviertelplattler


Rhythmuspyramide:
(in Anlehnung an Eddi Marrone – Die Rhythmik-Lehre, AMA-Verlag)

1. Lade Dir die > Rhythmus Pyramide.zip herunter. Die entpackten MP3-Dateien legst Du dann in zwei Ordner Deines iTunes-Players. Ein Ordner für das 45er Tempo und ein Ordner für das 60er Tempo.

2. Zuerst kannst Du alle mp3's einzeln üben. Erst im 45er Tempo, dann im 60er-Tempo: Mit den Füßen gehst Du die Beats (Viertelnoten-Schläge im linken Kanal): Rechts-Links-Rechts-Links... 

3. Die x-tolische Unterteilung der Beats (Congaschläge im rechten Kanal) sprichst Du als Silben (zB. "Di-dl-Da-dl") und tippelst die Silben mit den Händen (Hand-to-Hand) am besten auf Deinen Brustkorb oder auf Tischplatte oder Trommel. Bei Unsicherheiten gegebenenfalls pausieren, nur die Füße deutlich weiterlaufen lassen und nur zuhören (ganz Ohr sein), dann wieder beginnen, ganz leise zu sprechen und zu tippeln.

4. Du kannst eigene passende Silben entwickeln und musst Dich nicht an die vorgegebenen Silben halten – es sind nur Vorschläge.

5. Dann stellst Du die Wiedergabe auf "Titel im Ordner in zufälliger Reihenfolge abspielen" und "alle Titel im Ordner wiederholen" ein. Jetzt sollten die Rhythmen in immer wieder zufälliger Reihenfolge abspielen. 

6. Stell Dir dazu vor, es kommen auf einem Fließband hintereinander Torten. Auf den ersten vier Torten steckt ein Schild mit der Aufforderung: "Teile mich in 4 gleiche Stücke". Auf den nächsten vier Torten steht: "Teile mich in 3 gleiche Stücke". Dann kommen vier Torten mit der Aufschrift: "Teile mich in 6 gleiche Stücke" u.s.w. – Das ist sinnbildlich die Aufgabe, um die es hier geht.

7. Es reicht für den Anfang, wenn Du erst folgende Dateien in den Ordner legst und im zufälligen Wechsel übst (Füße+Sprechen+Hände).

1 Di
2 DiDa
3 Didela
4 DidlDadl
6 DideliDadeli 

8. Wenn die gut laufen (darüber dürfen Wochen und Monate vergehen) legst Du die restlichen nach und nach dazu oder variierst den Ordnerinhalt:

5 DidldiDadl
7 DidldiDadlDidl
9 DidelaDudelaDadela

9. Ziel ist es, alle geraden und ungeraden Viertelnoten-Unterteilungen (X-Tolen) im fliegenden Wechsel exakt mitzuspielen und das irgendwann auch ohne Hörkontrolle im rechten Kanal. Also nur noch mit dem Viertelnoten-Metronom im linken Kanal oder einem seperaten Metronom.


Clapping Music:

> Scrolling Score YouTube-Video

Alle acht Takte versetzt der zweite Spieler sein Klatschen um 1/8 nach vorn, so dass am Ende des jeweils achten Taktes die Pause entfällt und fünf Klatscher aufeinanderfolgen. Der erste Spieler hält das Basic-Pattern unverändert durch.

Mit dem Basic-Pattern als Playback kannst Du das Stück in verschiedenen Geschwindigkeiten in Ruhe üben:

> Basic Pattern 100 bmp
> Basic Pattern 120 bmp
> Basic Pattern 140 bmp
> Basic Pattern 160 bmp


Kontrapunkt und rhythmische Verzahnung trainieren:

Die Zentrale Übung für das Iniziieren und Praktizieren von Circlesongs ist die Pattern-Duett-Übung. Du findest dazu sehr ut gemachte Baispiele auf der CD "Flight" von Rhiannon, einer langjährigen musikalischen Weggefährtin von Bobby McFerrin. Das Percussions-Playback eignet sich ideal, um zu Zweit oder in zwei Gruppen darüber mit eigenen wechselnden und im Idealfall kontrapunktisch angelegten Pattern zu circlen.

Eine weitere sinnvolle Übung, um kontrapunktische Verzahnung zu trainieren, ist das Singen in der Tradition der Pygmäen. – Die Pygmäen haben in ihrer Sprache kein Wort für Familie, sondern nur ein Wort für Gemeinschaft. Das zeigt vielleicht, wie sozial eng verbunden die Menschen eines Stammes dort sind. – Durch ihre besondere Art des Singens (Jelly = Jodel) wird diese Verbundenheit bekräftigt und zum Ausdruck gebracht: – Ein Sänger gibt nur ein paar kurze Töne, die aber rhythmisch exakt, immer an den gleichen Stellen in den Kreis. Weitere Sänger ergänzen den Circlesong mit anderen kleinen, rhythmisch verschobenen aber exakt wiederkehrenden Patterns, so dass sich ein Geflecht einer komplexen Rhythmik und Mehrstimmigkeit ergibt, obwohl jeder nur einen kleinen überschaubaren aber verlässlichen vokalen Beitrag leistet: Hörbeispiel Pygmäen-Circle – Übung: die Gruppe kennzeichnet durch gehen auf der Stelle einen gemeinsamen Beat. Der erste Sänger beginnt mit einem Pattern, dass nur aus ein paar kurzen Tönen in nur einer Tonhöhe besteht, idealerweise, wenn möglich in hoher Lage oder Kopfstimme. Die nächste Personen versucht in die Lücken hinein, mit wiederum möglichst kurzen Tönen in einer anderen Tonhöhe ein Pattern hineinzusingen, u.s.w. In einer großen Gruppe können sich mehrere Sänger zu einem synchronen Pattern zusammenschließen. – Als Variante kann mann diese Übung statt mit Stimme, auch mit Flöten, Boomwhackers oder Blasen auf Flaschen versuchen, um eine stabile Intonation der kurzen Töne zu gewährleisten.

Für das Trainieren des kontrapunktischen und des harmonischen Ineinanderschichtens und rhythmischen Verzahnens von kleinen Melodiephrasen und Groovepatterns zu ganzen Circlesongs bieten sich hervorragend sogenannte Looper an. – Looper sind Geräte, die auf Knopfdruck eine Tonaufnahme starten und bei einem weiteren Knopfdruck die Aufnahme beenden und sofort beginnen, lückenlos die Aufnahme immer wieder abzuspielen. – Singt man nun eine Phrase und drückt taktgenau (in Time), wiederholt (loopt) das Gerät die Phrase rhythmisch sauber. – Nun kann man weitere Phrasen auf die gleiche Spur aufnehmen und schichten (overdubbing) – bei einigen Geräten auch getrennt auf synchron laufenden Stereo-Spuren, so dass nach und nach ein ganzes Orchester, ein ganzer Chor, ein ganzer Circlesong entsteht. – Hier eine Liste von Geräten, mit denen ich in den letzten Jahren gearbeitet habe: Digitec JammanBoss Loopstation RC-50Helicon VoiceLive TouchVoiceJam-AppEveryDayLooper-AppAbleton Live Software


Tonleitern

Mache Dir Tonleitern (auch Skalen oder Modi genannt) am Keyboard bewußt, singe und übe mit dem Scale-Ear-Trainer bei musictheory.net üben.

Mache Dir Skalen und andere harmonische Zusammenhänge parallel zum Singen, zusätzlich auf einem chromatischen, alle 12 Halbtöne umfassenden Musikinstrument bewußt.

Bestelle Dir die chromatischen Stimmpfeife, die es schon ab 10 Euro gibt. – Ich trage sie seit Jahren bei mir, gebe mir damit den Grund- oder Startton eines Stückes oder prüfe damit, ob ich wärend des Stückes im Grundton abgesackt bin. – Diese "PitchPipe" habe ich mit einer von mir selbst entwickelten Skalen-Drehscheibe beklebt, um jederzeit zu jeder Tonart die passenden Parallel-Skalen ablesen zu können. – Lade Dir dazu die > Skalen-Drehscheibe herunter. Drucke sie Dir zweimal auf möglichst dickem Papier aus (ggf. nochmal auf Karton kleben). Schneide jeweils einmal den inneren Kreis und einmal den äußeren Kreis aus. Loche die kreise in der Mitte und verbinde sie mit einer Brief-Öse, Niete oder flachen Schraube, so dass sich beide Scheiben frei gegeneinander verdrehen können. Löse die Mittelschraube an der Pipe und schraube die Pipe neu zusammen, so dass der Schraubenkopf auf der Kunststoffseite und die Schraubenmutter auf der metallenen Seite zu liegen kommt. Klebe die Drehkreise auf die Kunststoffseite der PitchPipe.

Eine weitere preiswerte Alternative zum Klavier ein chromatisches Glockenspiel z.B. über anderthalb Oktaven für um die 30 Euro. Der Vorteil dieses Instruments: Durch Herausnehmen von Klangplatten kannst Du das Tonmaterial des Metallophons auf verschiedene Skalen übersichtlich und begreifbar reduzieren.

Ich benutze für Workshops seit einiger Zeit eine inividuell zusammensteckbare chromatische Panflöte, die ich mir aus zwei C-Dur-Panflöten für sage und schreibe je 7,80 Euro zusammengebastelt habe. Dazu habe ich vorsichtig die Anblashilfen auseinandergesägt und dann einzeln mit den Röhren verklebt. Für die Halbtöne zwischen zwei Ganztönen müssen die Röhren entsprechend kürzer gesägt werden. Mittlere Länge von den Nachbarganztönen auf der Röhre anzeichnen und dort blind absägen reicht. Die zwei übrig gebliebenen Steckleisten habe ich zu einer langen, 16 Flöten fassenden, Steckleiste mit zwei Holzleisten zusammengefügt und die Aufnahmelöcher noch etwas aufgebohrt. Die Flöten mit Anblashilfe lassen sich dann einzeln herausnehmen und für Circlesongs an verschiedene Sänger (in dem Fall dann Bläser) verteilen. — Oder mit Hilfe von Skalenschablonen lassen sich die Anblasmundstücke der nicht benötigten Töne nach hinten wegdrehen, so dass nur die jeweiligen Skalentöne mit dem Mundstück zum Spieler hin zeigen. — Um den Begriff der Chromatik noch anschaulicher zu machen, habe ich jede Flöte mit einer Farbe beklebt, so dass sich ein Regenbogen ergibt, wenn alle Halbtöne in richtiger Reihenfolge zusammenstecken.

Hier die wichtigsten Skalen (alle mit Grundton Bb) – und die gebräuchlichsten davon mit Playback, um darüber zu improvisieren:

1-2-34-5-6-71 Dur Ionisch >>> Playback Ionisch
1-2-34-5-67-1 Dur Mixolydisch >>> Playback Mixolydisch
1-2-3--5-6--1 Dur Penta
1-2&3--5-6&-1 Dur Blues
1-2-34-56-7-1 Dur/Moll
1-2-3-45-6-71 Dur Lydisch >>> Playback Lydisch
1-2-3-45-67-1 Dur Lydisch 7-

1-23-4-56-7-1 Moll natürlich (Aeolisch) >>> Playback Aeolisch
1--3-4-5--7-1 Moll Penta
1--3-4&5--7-1 Moll Blues
1-23-4-56--71 Moll harmonisch >>> Playback harm. Moll
1-23-4-5-6-71 Moll melodisch (Moll/Dur)
1-23-4-5-67-1 Moll Dorisch >>> Playback Dorisch
1-23-4&5-67-1 Moll Dor Blue
12-3-4-56-7-1 Moll Phrygisch >>> Playback Phrygisch
12--34-5-6-7-1 Moll Phrygisch +3
12-3-45-6-7-1 Moll Lokrisch >>> Playback Lokrisch
12-34-5-6-7-1 Moll Jazz

------------- Halbton (chromatisch)
1-23-45-67-81 Ganzton/Halbton (Diminished)
12-34-56-78-1 Halbton/Ganzton (Diminished)
1-2-3-4-5-6-1 Ganzton
1--2--3--4--1 kleine Terzen
1---2---3---1 große Terzen
1----2----3---- Quarten
1-----2-----3-- Tritonus (überm.Quarten)
1------2------3-- Quinten
1-------2-------3-- überm. Quinten
1--------2-------- Sexten
1---------2-------- kleine Septen
1----------2------ gr. Septen
1-----------1 Oktaven

Es lohnt auch, sich bei Gelegenheit mit weiteren exotischen Skalen zu beschäftigen, weil alles das Tongedächnis und den Sinn für Tonabstände schärft:

12-345-67-8-1 Span
1-23--456--71 Gypsy
1-2-345-6-7-1 Arab
12--34-56--71 Raga Bhairav
12--3-45-6-71 Raga Rama
12-3---456--71 Raga Todi

1-2--3-4--5-1 Egypt
1-23---4-5-1 Hawaii
12-3---45---1 Bali
12---3-45---1 Japan Miya
1---23-4---51 Japan Ryukyu

Singe erst die ganze Skala rauf und runter. – Springe in den Skalen Trepp' auf, Trepp' ab, hin und her. — Singe dann zB. nur die ersten 5 Töne und die letzten 4 Töne. Wage dabei größere Intervallsprünge. – Setzte Deine Finger einer Hand dabei als imaginäres Keyboard ein. – Singe bekannte Kinderlieder (Hänschen klein, Fuchs du hast, Alle meine Entchen) statt in Dur, in Moll. – Singe die Kinderlieder dann in den anderen Skalen. – Improviesiere über die geübte Skala und gehe dabei über eine Oktave hinaus.

"Lasse Dich nicht zu schnell verleiten, alle möglichen Tonleitern parallel zu üben. John Coltrane hat sich z.B. Monate lang nur mit Dorisch beschäftigt. Es ist sehr empfehlenswert, sich Verwandschaftsbeziehungen klar zu machen, z.B. sind die Dur/Moll Skala und Lydisch -7 Modi von Melodisch Moll. 

Von Bezeichnungen solltst Du Dich nicht verwirren lassen. Bei Mixolydisch, Dominantskala und Dorisch Dur handelt es sich z.B um dieselbe Tonleiter! Die Bezeichnung Dur/Moll ist als Eselsbrücke brauchbar. Musiktheoretisch korrekt ist sie jedoch nicht. Eine Tonleiter mit großer Terz ist immer eine Dur-Tonleiter, mit kleiner Terz immer eine Moll Tonleiter. Melodisch Moll ist eine Moll-Skala, trotz der deutlichen Verwandschaft zu Ionisch (Dur). Erst Tonleitern, die beides enthalten, durchbrechen die Dur-Moll Systematik." (Felix Jungschlaeger)


Markus Stockhausen:

Auf der Internetseite www.intuitive-music-and-more.com
von Markus Stockhausen gibt es sehr schöne Übungsanregungen von Stephanie Lepp für die eigene Gehörbildung und für das selbstverständlichere Musizieren und Improvisieren miteinander:

– Vor- und Nachspielen sowie Erkennen von Intervallen, Dreiklangsumkehrungen und verschiedensten Skalen (z. B. Kirchentonleitern, Ganztonleiter, Achttonleiter) usw. durch allerlei Tonarten > Skalenübersicht

– Nachspielen von Tönen, zuerst im Quintraum, dann im Oktavraum (alle zwölf Halbtonschritte) – die Töne sollen intuitiv so schnell wie möglich getroffen werden

– zwei Spieler improvisieren Intervalle, abwechselnd verändert jeder jeweils einen Ton – (ein dritter gibt die Namen der Intervalle an)

– die Gruppe spielt langsam Intervalle nach und hält jeden Ton lange aus, dieser dient jeweils als Grundton für einen weiteren Musiker, der in einer bestimmten Skala (z. B. in dorisch) darüber improvisiert. Kaum fühlt sich der Improvisierende in einer Tonart „sicher“, wird der Grundton gewechselt

– Nachspielen verschiedenster Patterns innerhalb einer bestimmten Skala

– tonale Improvisation innerhalb einer bestimmten Skala

– Duo: Start in einer vorgegebenen Skala, jeweils ein Spieler verändert einen Ton, auf den der andere reagieren muss. So entstehen immer wieder neue Skalen, die man „durchwandert“.

– motivisch: auf ein bestimmtes Motiv eingehen, es verändern, erweitern, umkehren, etc.; wichtig: Kommunikation aufbauen, sich in den anderen „hineinversetzen“

– freie Gruppenimprovisation mit Einschränkung: z. B. sollen nie mehr als drei Musiker gleichzeitig spielen (bewusst einsteigen – bewusst pausieren)

– rhythmische Variationen: z. B. Synkopen, Triolen, Quintolen, usw. einbauen – mit rhythmischen Mitteln einen Spannungsbogen gestalten

– Improvisation im seriellen Stil – alle zwölf Töne sind gleichwertig und sollen möglichst gleich oft vorkommen

– mehrere freie Improvisationen nacheinander im Kontrast

– Solo: modulieren – Mischung aus tonalen und atonalen Feldern, durch verschiedenste Tonarten „spazieren“ gehen, „chamäleonartig die Farben wechseln“, sich nicht festlegen

– Duo: Wie fließt die Energie? den anderen unterstützen, Impulse geben, – dem Partner Raum geben – auf formalen Ablauf achten

– „Minimal Music“, Verschachtelung / Überlagerung von kurzen Motiven, sich nach und nach in den musikalisch Fluss begeben

– Stille an der richtigen Stelle = Musik

– Improvisation mit Klangfarben, „wie ein abstraktes Gemälde“ – Effekte, Luftgeräusche, perkussives Spiel, etc. immer feinfühlig bleiben, auf Ästhetik achten.

– „fliegen“ und „landen“ innerhalb eines Akkordschemas – sich davon lösen und auf betontem Schlag wieder auf einem Akkordton „landen“


Bobby McFerrin, Stimmenwerkstatt Lörrach, 2007:

I like singing solo voice because I like the sound of a single instrument. I just like the beauty of it. Of the single voice singing. There is somthing very beautifull to me about that. I've got the idea from Keith Jarrett. I like the idea, that he simply walk out on stage, sit down at the piano and play it. I like this idea a lot.

And as a singer, I wondered to myself, how I could do that. And I have learned some really important lessons for singers.

Try this experiment with yourself: Take a step and sing. And than, when you become frighten step back and stop. But everytime you step forward, is like you step into a stream. ... And everytime you step forward, you sing something different. Something completly different. Just try it. Five seconds. Ten seconds. Till you're empty. Try it. Step in – step out – see what happens.

I think everyone in this room should find a piece of music and explore it and make a solo piece out of it. It's not as difficult as you think. You don't have to use my technic. You find your own. What this does, is free you from having to depend on anyone else to be with you when you want to sing.

How many singers excuse themselves from practising, because their pianist is late. Or the bassplayer or the drummer has not arrived yet to play. As a singer, your instrument is with you, all the time.

My first solo piece was a pice by Joan Armatrading, called "Opportunity". And I would practise it as I walked down the street, walking to the store – walking to the bank.

Practise slowly. Take the piece in parts. Learn the bassline. Figure out the harmony parts. – Try it. – It might take you a week – might take you a day – might take you a month – might take you a year. – But take a piece – and try it. See what happens. –

Es kursiert die Anekdote, dass John McLaughlin in seinen Anfangsjahren morgens an einem Motiv mit Tempo 30 bmp begonnen hat und abends mit Tempo 300 bpm aufgehört hat (Anmerkung des Blogautors).

I had a few people asked me today by "what do I do in my 10-minute-impro?" – It startes with one note. – And you add another if you want. – And a third if you want. – And a fouth if you want.

You only sing one note. Just one. You had to stay on the same note. And I will hold up another finger when I want you to add another note. When I want you to add another note, you keep add another one. But until than, you can stay with one. I would give you permission to add another one. So you can only stay on two. You have to play with two notes. – And maybe I will let you add a third.

Settling and finding your pitch. Everytime most of them change the sound, there pitch change. But each note is valuable. Each sound is valuable. Explored, stay with it. Don't be in such a hurry to leave it. – Play with it. – Be there. – Just be there without mode for a while. – It‘s a good idea.

Lots and lots and lots of singing. Lots of practise, that's it. That's about the simplest answer that I can give, but it's true. – To me pitches are like a memory. And you train your memory, what those pitches are. Concentration, that allowed to do it.

What's the first question you chose to think of, when you begin to improvise? – Actually my question is: – "What is it?" – yeah, what is it? You know, you start to sing and my question is "oh, what is it?" – And so, I hold it up whatever this is that I'm playing with. I hold it up and I examine it. ... hm ... what is it? ... there are three notes! ... hm ... what is it? ... there are three notes! ... what I'm gonna do with it? ... ha ...

I mean after all, your first note is like home. And than the next notes are a journey to some other place. And than you finally arrive. So think of your 10-minute-exercises as the first note is home, the last note is a new place."


Weitere Seth-Riggs-Übungen für Fortgeschrittene:

Riggs05 nej BridgeLine
Riggs06 nej RiggLine
Riggs07 mom BridgeLine
Riggs08 mom RiggLine
Riggs09 oh RiggsLine
Riggs10 oh BridgeLine
Riggs11 eh ZigzagLine
Riggs12 uih DownLine
Riggs13 wih RiggLine
Riggs14 mui
Riggs15 mui RiggLine
Riggs16 mui-stop RiggLine
Riggs17 mh RiggLine
Riggs18 mmmh RiggLine
Riggs19 mh ZigzagLine
Riggs20 mmoh BridgeLine
Riggs21 ah ZigzagLine
Riggs22 oah WaveLine
Riggs23 uoh BridgeLine
Riggs24 aah RiggLine
Riggs25 iuah BridgeLine
Riggs26 uah DownLine
braise a boney – As I walked out in the streets of Lorado
House of rising sun – Oh Shenendoah I long to hear you


Sing, sing, sing

"Die Stimme ist euer erstes und letztes Instrument. Ihr werdet sie euer Leben lang mit euch herumtragen. Mit ihr könnt ihr üben, egal wo ihr euch gerade befindet. Wollt ihr gute Ohren, dann müsst ihr singen, singen, singen – auch, wenn ihr ein gespaltenes Verhältnis zum Singen habt bzw. eure Stimme nicht so toll findet. Viele haben das Singen verlernt. Was als Kind noch ganz selbstverständlich und spontan möglich war, fällt den meisten Erwachsenen unglaublich schwer. Um so wichtiger ist es, das Gefühl dafür wieder aufzubauen. Es ist nicht wichtig schön zu singen – auf jeden Fall aber lustvoll. Singt wann immer und wo immer ihr könnt – zu Hause, unterwegs, im Auto, in jeder Pause, die sich anbietet. Singt unbewusst drauf los, um die Hemmung vor der eigenen Stimme abzubauen. Singt aber auch bewusst, um ganz bestimmte Tonfolgen zu trainieren.

Ich behaupte, dass der Gesang unserer "inneren Stimme" oft näher ist, als das, was wir auf unserem Instrument zustande bringen. Auf dem Instrument werden unsere Ideen immer wieder durch dessen technische Eigenheiten kanalisiert, durch antrainierte Fingersätze überlagert oder durch unsere handwerklichen Unzulänglichkeiten behindert. Das Instrument definiert häufig, was musikalisch möglich ist und schränkt unser Vorstellungsvermögen ein. Daher ist es wichtig, auch unabhängig vom Instrument üben zu können. Und das bedeutet – singen!

Beim Singen können wir feststellen, ob ein Klang, eine Linie oder ein Ton innerlich wirklich so greifbar ist, wie wir uns das wünschen. Jede stimmliche Unsicherheit, jedes Suchen nach einem bestimmten Ton wird uns signalisieren: Hier habe ich nur eine vage Vorstellung, an dieser speziellen Stelle oder Phrase muss ich arbeiten. Je mehr wir also singen, umso klarer und konkreter werden unsere musikalischen Ideen. Was wir gesanglich verwirklichen können, das ist fest in unserem Klanggedächtnis verankert. Wenn wir so lernen zu spielen wie wir singen, dann wird unsere Musik immer von innen kommen und überzeugend wirken."

Auszug aus dem Buch "Die neue Jazz-Harmonielehre" mit freundlicher Genehmigung des Autors Frank Sikora


Studio- & Bühnen-Equipment:

MacBook Pro mit folgender Audio-Software:
Logic Pro – Tonstudio, Sequenzer, Notation, Effekte, Instrumente
Ableton Live – Musik machen, samplen, sequenen, loopen in Echtzeit
Band-in-a-Box – Erzeugt Übungs-Playalongs per Akkordeingabe. Sehr unübersichtliches Handling auf Mac und dort zu teuer.
Band-in-a-Box auf iPod als preiswerte und bedienungsfreundliche Alternative
GarageBand – Funktionell zwischen Logic und Band-in-a-Box angesiedelt. Der derzeitige Hit ist GarageBand auf dem iPad
Fission – Kleines Schneide- und Editier-Programm für schnelle Arbeiten ausserhalb der großen Programme. Auch MP3-Schitt möglich.
Audio Hijack – Kleines Mitschneide-Programm
Audacity – kostenlose Mehrspur-Alternative zu Fisson+Hijack
iTunes – bestes Musik-Archivierungs und -Abspielprogramm

iPod Apps:
Loopy HD Mehrspur-Looper mit Schlagzeug-Metronom, Loop-Import und Archiv, Stereo-Panorama, Stereo und besserer Sound in Verbindung mit Alesis iO-Dock. Diese Kombination ergibt einen Looper, der die Möglichkeiten aller Hardware-Looper übertrifft und dabei noch preiswerter ist.
VocaLive – Vocaleffekte mit Recorder für unterwegs.
– Weitere aktuelle iPod-Apps für Vocal-Recording u.a. hier: Apps of the Week

Kompakt-Rack für Bühne Solo, Duo, bis Quartet:
- Dynamisches Gesangsmikro, Sennheiser e945
- Kondensator Funk-Mikro, Pronomic UHF-102 D
- Kleinmixer Behringer 1002 B
- TC Electronics M 350 – Reverbs für angenehme weiche Hallfahnen
- TC Helicon VoiceLive Touch – Looper und hochwertige Vokaleffekte
- InEar Funk, LD-Systems MEI 100-X in Verbindung mit SHURE SE215 In-Ear-Hörer mit sehr guter Passform, Schallisolierung, Akustik und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Beschallung:
- Altec Lansing MX5021 – Aktiv-Lautsprecher für Studio-Beschallung
- Harman Kardon Go &Play – eigentlich ein tragbarer HiFi-Player, den ich wegen seinem warmen Sound mit selbstgebauten Füßen zum schräg nach oben gerichteten Floor-Monitor umgebaut habe.
- LD Systems Dave 8XS – sehr warm und weich klingende 27kg-Aktiv-PA für Publikum-Beschallung


Weitere Übungen folgen hier sukzessive




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